Der Roman ist eigentlich ein neues Genre,das man auf Deutsch Klimafiktion nennen könnte. Die Handlung spielt in der Schweiz, in naher oder weniger naher Zukunft - so genau weiss man das nicht, einer Schweiz, aufgeteilt in zwei Hauptgebiete: die Metropolitane, das heisst die Städte des Mittellandes, die zu einer einzelnen Metropole zusammen gewachsen sind und das Berggebiet, das als Hauptzweck der Energielieferant der Metropole sein soll. Da die letztere immer mehr Energie braucht, versucht man immer mehr Bergler zu überzeugen, ihre Heimat zu verlassen. Alesch, die Hauptfigur, hatte sie vor langer Zeit verlassen und forscht an einem grossen Enregieprojekt an der Universität. Bald merkt man aber, dass an dieser Forschung etwas seltsam ist und er wird aus seltsamen Gründen in sein Heimatgebiet weggeschickt, um neue Bergler zu überzeugen, das Dorf Pradetta zu verlassen.
Dabei trifft er seine Jugendliebe und viele andere Bekannte, die einen stehen ihm freundlich gegenüber, andere aber eher feindlich. Auch bald wird klarer, dass es wirklich eine Resistenza gegen die Metropolitane gibt und dass diese immer mehr zunimmt. Alesch, durch und durch Forscher, macht seine eigene Forschungsreihe, da ihm etwas am Berg und am Gletscher seltsam erscheint. Als dann auch noch seine Freundin Chantal aus der Metropolitane kommt, werden viele der verschiedenen Erzählstränge nach und nach aufgelöst. In der Tat ist das Buch sehr dicht - vielleicht zu dicht - geschrieben und das Thema Klima und Energie erscheint nur als ein Aspekt der zukünftigen Schweiz. Soziale Probleme wie Armut eines Teils der Bevölkerung, die unterschiedlichen Visionen der Zukunft, auch auf politischer Ebene, die Wichtigkeit der Natur als Erholungsgebiet, aber auch als Sinn gebendes Gebiet, und verschiedene Beziehungsprobleme nehmen immer mehr die Oberhand. Die Auflösung der verschiedenen Erzählstränge ist nicht immer überzeugend und deren schnelle Auflösung im dritten Teil des Buches ist etwas verwirrend.
Als absoluter Pluspunkt gilt der Stil des Buches, er ist poetisch und die Beschreibungen basieren sich auf einer ganz speziellen Beobachtungsgabe der Autorin. Ein sehr reichhaltiges Buch, das bestimmt mehrmals gelesen werden kann, das aber nicht immer überzeigt.