Vor sieben Jahren ereignete sich an einem abgelegenen Küstenabschnitt ein tragisches Unglück, bei dem nur einer von zwei Jungen lebend aus dem Meer zurückkehrte. Seitdem liegt ein Schatten über der kleinen Gemeinschaft. Als ausgerechnet der überlebende Junge am Jahrestag des Unglücks spurlos verschwindet, beginnt für seine Mutter Sarah eine verzweifelte Suche. Dabei kommen alte Wunden, lang gehütete Geheimnisse und Misstrauen innerhalb des engen Freundeskreises ans Licht. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto deutlicher wird, dass jemand alles daransetzt, die Vergangenheit verborgen zu halten.
Dieses Buch ist eine Neuveröffentlichung des bereits 2017 erschienenen Romans «Die Bucht, die im Mondlicht versank». Die Geschichte lebt vor allem von ihrer atmosphärischen Kulisse und den vielen kleinen Geheimnissen, die nach und nach ans Licht kommen. Während des Lesens hatte ich zwar häufig das Gefühl, die Handlung vorhersehen zu können, doch das Ende entwickelte sich weniger offensichtlich, als ich zunächst erwartet hatte. Dadurch konnte mich die Auflösung letztlich doch noch überraschen. Der Spannungsbogen ist eher ruhig aufgebaut und setzt mehr auf zwischenmenschliche Konflikte als auf rasante Action. Das machte den Thriller für mich sehr unterhaltsam, auch wenn einige Wendungen nicht völlig unerwartet waren.
Mein Fazit: Ein atmosphärischer Thriller mit einer gelungenen Mischung aus Familiendrama und Kriminalfall. Auch wenn manches zunächst vorhersehbar wirkt, sorgen die letzten Enthüllungen für einige gelungene Überraschungen. 4 Sterne.