«Dieses Buch lässt Sie wieder an das Gute im Menschen glauben», heisst es auf dem Klappentext zu Tanja Kokoskas Debütroman. Die Aussage unterschreibe ich hiermit. Mich hat ihre warmherzige Geschichte aus der Siedlung einer namenlosen Grossstadt berührt und von innen gewärmt. Klingt kitschig, aber die Lektüre des Romans macht mich glücklich. Kokoska schildert als allwissende Erzählerin aus wechselnden Perspektiven vom Fund eines Blindgängers und wie die Ereignisse vor und nach dem Fund die Leben unserer Protagonist*innen auf teils feine, teils gewaltige Weise verändern. Da sind Ina und ihr achtzehnjähriger Sohn Henry, der nach dem Abitur die Welt sehen will und sich davor fürchtet, seine Mutter so allein zurückzulassen. Da ist Frau Kaiser, deren einziger sozialer Kontakt seit Jahren die Unterhaltungen mit Frau Radulescu sind, die bei ihr saubermacht. Herr Bello, der seit dem Tod seiner Frau vor fünf Jahren langsam verwelkt. Samy, der tagein tagaus Schnitzel und Hühnerfrikassee macht und dabei seine Träume aus den Augen verliert. Herr und Frau Arslan, deren Ehe wie zwei Kontinentalplatten sind, die aneinanderstossen und keinen Platz für Entfaltung zu lassen scheinen.
Ich kann nur empfehlen, die Figuren in «Guten Morgen, schönes Wetter heute» kennenzulernen. Die Lektüre hat mich überrascht, zum Lachen gebracht, unterhalten und beschwingt und mich werden Ina und die anderen noch lange begleiten, hoffe ich. (Und sonst lese ich das Buch einfach nochmal.)