Die Säulen des Meeres ist weniger ein klassischer Reisebericht als eine philosophische Reflexion über Natur, Abenteuer und Freiheit. Seine Stärke liegt in den eindrücklichen Naturbeschreibungen und den sprachlichen Bildern, mit denen die raue Küstenlandschaft lebendig wird. Besonders gelungen ist die Idee, den Brandungspfeilern eine eigene Persönlichkeit zu verleihen und so eine Beziehung zwischen Mensch und Natur entstehen zu lassen.
Dem gegenüber steht eine oft pathetische und aufgeblasene Sprache, durch die der Autor stellenweise selbstgefällig wirkt. Gleichzeitig zeigt Tesson aber immer wieder, dass er die Widersprüchlichkeit seines eigenen Abenteuers erkennt und bereit ist, dieses auch kritisch zu hinterfragen.
Wer einen spannenden Reisebericht oder eine klare Handlung erwartet, dürfte mit diesem Buch wenig anfangen können. Wer hingegen Freude an Naturbeobachtungen und philosophischen Gedanken hat und eine anspruchsvolle Sprache schätzt, könnte darin eher etwas finden.