Ich bin mit hohen Erwartungen an Yesteryear herangegangen, vor allem weil aktuelle Themen aufgegriffen werden: Social Media, Tradwife-Trend und die Sehnsucht nach einem „einfacheren“ Leben. Die Idee, eine Influencerin plötzlich mit der harten Realität des 19. Jahrhunderts zu konfrontieren, hat auch mich gepackt. Trotzdem hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt. Ich hat oft das Gefühl, dass das Thema nicht tief genug oder nicht seriös genug ausgearbeitet wurde. Vieles wirkt eher zugespitzt als wirklich durchdacht – eher Konzept als echte Auseinandersetzung. Vora allem die Hauptfigur Natalie ist mir zu widersprüchlich. Ihre Entscheidungen und Gedanken haben für mich nicht immer zusammengepasst, sodass ich oft eher verwirrt als emotional involviert war.
Die grosse Wendung kam wirklich unerwartet, aber anstatt mich zu begeistern, hat sie mich eher irritiert zurückgelassen. Ich hatte nicht dieses befriedigende Gefühl von „Jetzt ergibt alles Sinn“, sondern eher das Gefühl, dass mir etwas entgleitet. Ich denke es wäre mehr drin gewesen. Yesteryear hat definitiv Sog, besonders am Anfang, und die Grundidee ist stark. Aber am Schluss stimmt das Gesamtbild für mich nicht ganz.