Das Buch klang von der Idee her nach einer wirklich interessanten Kombination, die auch viel Potential versprach. Dieses wurde dann auch wirklich gut ausgenutzt und auf eine wirklich starke Weise wurde der Kontrast dann auch hervorgehoben.
Die Mischung aus Geschichte und Comic hat hier wirklich gut gepasst und ergänzt. Die einzelnen Mythen, die ebenfalls auf gezeichneten Seiten eingefügt wurden, haben mir dabei besonders gefallen. Es ist eine schlaue Art, so mehr über die nordische Mythenwelt zu erfahren und gleichzeitig eine Auflockerung für die Geschichte selbst, da sie nicht direkt mit der Geschichte verbunden sind und so auch nicht verlangen, dass man sie sich einprägen muss, um dieser weiter zu folgen.
Die Sache, dass Gameszenen dann im Comicstyle aufgezeichnet wurde, hat ebenfalls dafür gesorgt, dass man wirklich spürt, wie die Kinder ins Game gezogen werden. Jedoch kam es dort auch zu Brüchen, die entweder schlecht erklärt wurden oder Fehler sind, die niemand bemerkte. Die Tatsache, dass die Kinder teils gegen ihre eigenen Avatare kämpfen müssen, obwohl der springende Punkt ist, dass sie ja diese Götter jeweils verkörpern, hat mich deutlich verwirrt. Genauso ist es mit der Tatsache, dass man die Kinder selbst auch nie gezeichnet zu Gesicht bekommt. Sie werden immer nur als die Götter dargestellt. Es soll wohl ein Verschwimmen dieser Welten aufzeigen, aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass es auch verwirrend sein kann, wenn erst davon die Rede ist, wie Pjetur die Kinder versucht zu retten und man dann auf der nächsten Seite den Comic mit den Göttern zu sehen bekommt, obwohl ja gerade gar keiner in das Spiel eingeloggt wurde. Die Übergänge waren in dieser Hinsicht manchmal etwas holprig.
Die Geschichte an sich ist aber dennoch stark. Man kommt rasant hindurch und kann ihr trotz der Stolpersteine bei den Übergängen von Text zu Comic noch immer sehr gut folgen.
Und ein weiteres grosses Plus dafür, dass nicht einfach nur die drei meistgenannten Götter der nordischen Mythologie darin vorkommen, sondern auch zahlreiche kleinere. So etwas finde ich immer positiv. In dieser Hinsicht ist es auch wirklich genial, dass auch die Kinder nicht als dumm dargestellt wurde, und man immer wieder in ellenlange Erklärungen über die Götterwelt gefallen ist. Sie alle kennen die Mythen oder haben das Spiel mehr als lange genug gespielt, um die wichtigsten Punkte zu kennen. Von daher ist es wirklich schön, dass sie dann auch nicht mit blöden Fragen a la «Wer ist denn Odin?» kommen, um die Punkte zu erklären.
Im Gesamten eine wirklich solide Geschichte, in welcher es sich sicherlich lohnt, hineinzulesen. Die Kombination aus Fliesstext und Comic ist dabei wirklich toll, auch wenn sie für manchen Stolperstein sorgt. Dennoch kommt man gut hindurch, weshalb ich dem Buch auch vier Sterne gebe.