Die Geschichte spielt im Jahr 2035, in einer Zukunft, in der Roboter nach und nach immer mehr Aufgaben der Menschen übernehmen. Im Mittelpunkt stehen ein Rennpferd, ein Roboterjockey und eine koreanische Familie, deren Schicksale sich auf unerwartete Weise miteinander verbinden. Daraus entsteht eine ruhige und emotionale Geschichte über Trauer, Mitgefühl, Technologie und die Frage, was es bedeutet, füreinander da zu sein.
Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr sind mir die Figuren ans Herz gewachsen.
Im Kern ist dies nämlich keine Geschichte über Roboter oder künstliche Intelligenz, sondern über Menschen. Über Yeonjae, ihre an den Rollstuhl gebundene Schwester, ihre hart arbeitende Mutter und die Trauer, die die Familie auch Jahre nach dem Verlust des Vaters und Ehemanns noch begleitet. Die futuristischen Elemente sind zwar präsent, stehen aber nie im Vordergrund.
Neben Themen wie Technologie, Automatisierung und der Zukunft unserer Gesellschaft beschäftigt sich der Roman auch mit Behinderung, Einsamkeit, Familie, Tierschutz und all den Gefühlen, die Menschen mit sich tragen. Dabei stellt das Buch interessante Fragen darüber, was Menschlichkeit eigentlich ausmacht, tut dies aber auf eine sehr sanfte und nachdenkliche Weise statt mit großem Drama.
Besonders gefallen hat mir, wie sehr mir die Figuren im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen sind. Am Ende war ich deutlich stärker emotional involviert, als ich es zu Beginn erwartet hätte. Das Finale hat mich sogar zu Tränen gerührt.
Für mich war dies sicher nicht das letzte Buch von Cheon Seon-ran.