Yesteryear hat mir insgesamt gut gefallen.
Besonders spannend fand ich das hochaktuelle Thema rund um „Tradwife“-Ideologien. Genau dieser Aspekt hat mich überhaupt dazu gebracht, das Buch zu lesen. Die Selbstinszenierung, wie man sie aus Instagram-Reels und TikToks kennt, wird im Roman sehr treffend aufgegriffen und kritisch hinterfragt.
Die Protagonistin Natalie ist keine besonders sympathische Figur – aber das muss sie auch nicht sein. Der Fokus liegt nicht auf Identifikation oder Sympathie, sondern darauf, ein bestimmtes Lebensmodell und dessen Schattenseiten zu beleuchten.
Das Buch zeigt überzeugend, was passieren kann, wenn jemand in eine künstlich aufgebaute, idealisierte Welt eintaucht und dabei vor allem die „schönen“, nach außen wirkenden Aspekte betont – bis Realität und Inszenierung anfangen zu kippen.
Insgesamt ein interessantes, gesellschaftlich relevantes Buch, das vor allem durch seinen kritischen Blick auf Social-Media-Ideale wirkt.