Eine mutige Frau kämpft mit der Waffe der Liebe gegen die Mafia
Zum Inhalt: Roberto Saviano, Jahrgang 1979, lebt seit vielen Jahren unter Polizeischutz. Der Grund: In seinen Büchern beschreibt er die Machenschaften der italienischen Mafia. Auch diesem Roman liegt eine wahre Begebenheit zugrunde.
Im Mittelpunkt steht die Studentin Rosella aus Florenz. Als sie Francesco kennenlernt und sich in ihn verliebt, ahnt sie nicht, dass seine Familie der ’Ndrangheta angehört. Was zunächst wie eine gewöhnliche Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem erschütternden Einblick in eine Welt, in der familiäre Loyalität, Macht und Gewalt über allem stehen.
Saviano verknüpft Rosellas Geschichte mit Erinnerungen an ihre Kindheit und historischen Bezügen, wodurch eine besondere Atmosphäre entsteht. Je tiefer Rosella in Francescos Umfeld gerät, desto deutlicher wird, welchen Preis die Nähe zur Mafia fordern kann.
Zitat: „Wie die Liebe löst sich auch der Hass, wenn er zu mächtig wird, von seinem Objekt und lebt als eigenständige Grösse weiter.“
Meine Gedanken: Ich fand zunächst nur schwer Zugang zur Geschichte. Als mir jedoch bewusst wurde, dass es sich nicht um einen Kriminalroman, sondern um eine auf wahren Ereignissen basierende Erzählung handelt, entwickelte das Buch eine enorme Wirkung. Mehr als einmal fragte ich mich, wie es möglich ist, dass Macht, Geld und familiäre Loyalität für manche Menschen über allem stehen – selbst über dem eigenen Leben. Das Ende dieser wahren Geschichte ist nichts für schwache Nerven.
Mein Fazit: Roberto Saviano setzt für seine Recherchen seit Jahren sein eigenes Leben aufs Spiel. Wer bereit ist, einer brutalen Realität ins Auge zu blicken, erhält einen tiefen Einblick in die Welt der Mafia. Die Geschichte ist erschütternd und teilweise schwer zu ertragen – gerade deshalb aber auch eindrücklich und lesenswert.