Vor dem Beginn habe ich mich gefragt, wie fest ich mich mit der Protagonistin identifizieren kann, da ich noch ein Stück jünger bin als sie. Jedoch hat es mich enorm gepackt. Auch wenn uns hier eine fiktive medizinische Diagnose begegnet, ist es doch ein reales soziales Phänomen, über das ich mir ehrlich gesagt bis vor dem Beginn des Buches nie wirklich Gedanken gemacht habe. Es war für mich noch zu weit weg. Nun habe ich jedoch erkannt, ich könnte eines Tages eine Tilda werden, oder jedenfalls genau diese Erfahrungen machen, von nicht mehr gesehen werden. Dazu kommt das wichtige Thema des Gender Health Gap, welches hoffentlich zukünftig immer mehr ins Bewusstsein der Forschung tritt.
Das Buch liest sich so flüssig und die die Hauptprotagonistin hat einen tollen Humor, bei dem man immer wieder während des Lesens lachen muss.
Das Buch hat für mich mit dem Schreibstil, dem Humor und den grundlegenden Themen von Unsichtbarkeit von Frauen, dem Gender Health Gap und dem Umgang mit Diagnosen / Selbstwirksamkeit überzeugt. Ein wichtiges Take-away für mich in diesem Buch war auch die Freundschaft zu anderen Frauen und die gegenseitige Unterstützung.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das Buch in einigen Jahren erneut lesen werde, weil es so viele wichtige Aspekte beinhaltet und auch wie eine Hilfestellung gelesen werden kann, wie man wieder zu sich selber finden kann.
Für mich eine Leseempfehlung für jede Frau*.