(Inhalt s. Cover)
Mein erstes Buch dieser Autorin. Ihre Schreibstil hat mir sehr gut gefallen: unverschnörkelt und wirkungsvoll. Die Erzählweise war speziell: pro Kapitel hat die Autorin aus der Perspektive der vier Protagonisten über Freundschaft, Liebe, Leidenschaft, Loyalität, Schuld, Heimat und Tod erzählt. Dabei geht es immer wieder um das “Bleiben” - an einem Ort, einem Menschen, auf der Welt. Verwirrt hat mich aus der Sicht jedes Protagonisten als Ich-Erzähler seine unbekannte Ansprechperson. Wem erzählt er oder sie seine Erfahrungen und Gefühle, wem stellt er oder sie Fragen, die nicht beantwortet werden? Und was soll ich davon halten? Was will die Autorin damit erwirken? Innerhalb eines Kalenderjahres (jedes Kapitel ist einem Kalendermonat zugeordnet) wird das Kennenlernen der vier Protagonisten und gleichzeitig ihr Wiederaufeinandertreffen nach 20 Jahren erzählt.
Das Buch hat mich auf die Autorin Judith W. Taschler aufmerksam gemacht. “Bleiben” wird nicht mein letztes Buch von ihr sein.
Wie kann man sich von der Schuld befreien, die so schwer ist, dass sie einen erdrückt?
Sie brachte ihm das Melken bei und er ihr das Küssen.
Wenn ich für die Gesellschaft keinen Nutzen habe, ist mein Leben sinnlos.