Ist dieser Booker Preis gekrönte Roman eine subtile Tragikomödie der Männlichkeit? wie der Rezensent der NZZ findet. In «Was nicht gesagt werden kann» schaut der Autor von aussen dezidiert auf die Figur des Istvan, der zu fast allem, was ihn in seinem Leben passiert, nur mit «Okay» antworten kann. Okay als kürzester Weg zum Konsens! Bewegt wird dieser Istvan lediglich von zwei Kräften, anscheinend, nämlich Sex und Gewalt. Wir erhalten keinerlei Einblick in das Innenleben dieses Mannes. Die Sprache des Buches ist schroff, kalt und macht keinen Unterschied zwischen Alltagsbeobachtungen und Schicksalsschlägen. Die Reduktion der Dialoge mögen manche als mager empfinden, andere als präzise. Dies ist ein karger, aber sehr konsequenter Roman.
Istvan stellt sich selbst und dem Leben, seinem Leben, keine Fragen. Er erduldet. Zuerst als Teenager den Sex mit einer älteren Nachbarin, dann durch ein tragisches Missgeschick die Mühlen der Justiz, als ungarischer Soldat den Krieg in Irak, bis hin zu seinem Aufstieg als Bodyguard eines reichen Paars in England wo die Frau, Helen, ihn zu ihrem Liebhaber macht. Was sich als Zusammenfassung trivial liest, ist das Drehbuch eines komplizierten Lebens, ein Leben das nie zur Ruhe kommt. Im Original heisst der Roman «Flesh». Ich finde dieser nüchterne Titel passt eigentlich viel besser, da der Roman den Körper in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Abhängigkeitsverhältnisse stellt.