Dieser knapp hundert Seiten umfassende Roman erzählt die Geschichte des Literaturprofessors Julián Arnáez und seiner Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau namens Laura.
Von der ersten Seite an gelingt es Alonso Cueto, die Spannung aufrechtzuerhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, in denen sich das Geheimnis nur langsam entfaltet, ist die Intrige hier von Beginn an präsent. Der Autor schafft es, beim Leser ein ständiges Gefühl von Unruhe und Spannung zu erzeugen, das die gesamte Handlung begleitet.
Neben dem für den Kriminalroman typischen Spannungselement bietet der Roman auch interessante Einblicke in die Gesellschaft Limas: den Literaturprofessor, dessen Einkommen kaum bis zum Monatsende reicht, die Figur Carvajal als loyalen Freund sowie die Mutter des Protagonisten, die Aspekte des alltäglichen Lebens in Lima widerspiegelt.
Darüber hinaus behandelt der Roman Themen wie Eifersucht, Intimität, Liebe, Wahnsinn und Einsamkeit. Alonso Cueto beweist einmal mehr seine Fähigkeit, all diese Elemente in einer kurzen, aber intensiven Geschichte miteinander zu verbinden. Dabei interessiert ihn weniger die äussere Handlung als die innere Welt seiner Figuren. Unter der Oberfläche ihrer Beziehungen entfaltet sich ein tiefes menschliches Drama, das zum Nachdenken anregt.
Ein Roman, der zeigt, dass die spannendsten Geschichten oft in den Menschen selbst verborgen liegen.