Ich habe «Prince of Thorns» bereits 2022 zum ersten Mal gelesen, aber die Reihe nie weiterverfolgt, weil der dritte deutsche Band kaum zu finden war. Dank der vollständigen Hörbuch-Veröffentlichung von Ronin Hörverlag habe ich jetzt endlich die Möglichkeit, The Broken Empire weiterzulesen.
Ich erinnerte mich vor dem Wiederlesen kaum noch an Details, aber zwei Dinge waren mir im Gedächtnis geblieben: Jorg und seine Gefährten, und die überraschend modernen Elemente im Worldbuilding (mehr sage ich dazu nicht).
Die Reihe ist vor allem für ihren Hauptcharakter bekannt, und das aus gutem Grund. Jorg ist kein sympathischer Held. Er ist grausam, skrupellos und wenig einfühlsam. Selbst die Rückblicke in seine Kindheit haben bei mir kaum Mitgefühl ausgelöst. Und trotzdem: genau das macht die Geschichte so interessant. Ich habe keine Verbindung zu Jorg aufgebaut, war aber fasziniert von ihm und neugierig, wohin seine Reise führt. Das allein reicht, um weiterzulesen.
Die Welt ist düster, brutal und gnadenlos. Der Fokus liegt mehr auf Charakteren, Dialogen und Action als auf ausführlichem Worldbuilding, aber es gibt einige überraschende Details im Setting, die mich neugierig auf die nächsten Bände gemacht haben.
Interessant zu wissen: Mark Lawrence hat Aphantasie, das heisst, er kann keine mentalen Bilder in seinem Kopf erzeugen. Während des Hörens ist mir aufgefallen, dass visuelle Beschreibungen etwas spärlicher sind als in vielen anderen Fantasybüchern. Das ist keine Kritik, aber ein interessanter Aspekt, den ich im Hinterkopf behalten habe.
Insgesamt liegt Lawrence für mich irgendwo in der Mitte. Nicht mein absolutes Lieblingsbuch, aber interessant genug, um die Reihe weiterzulesen.
(Rezensionsexemplar als Hörbuch von Ronin Hörverlag erhalten. Unbezahlte Werbung, ehrliche Meinung.)
Bewertung: 3,5 / 5 Sterne