Ja das klingt genau nach meinem Geschmack und so war es auch.
Wir steigen sofort spannend mit einer der Hauptfiguren, Desiree, ein. Sie kommt mit einer Reihe an Geheimnissen in das Zielresort für das jährliche Absolvententreffen der Westgate-Eight. Allein diese Drill-Team-Gruppierung schreit schon vor ehemaligen Highschool-Dramen. Die erste Leiche tritt auch direkt auf, ist aber erst zum Ende wieder ein Thema.
Durch das gesamte Buch springen wir zwischen Gegenwart (betrifft 6 Tage) und vergangener Highschool-Zeit (beträgt wenige Wochen) hin und her. Wir brauchen dies, um alle Geheimnisse zu verstehen, denn auch die anderen Absolventen haben mehr als genug davon. Dabei spielen jeweilige damals und heute Kapitel miteinander. Das gefällt mir sehr. Dadurch wird die Spannung gut aufgebaut. Dennoch hat mir ein Fünkchen Spannung gefehlt (bin da leider von einem anderen Buch der Autorin verwöhnt).
Am Anfang war ich etwas mit den vielen Figuren und Namen überfordert. Ich habe an einigen Stellen den Überblick verloren, wer zu wem gehört. Dies legte sich aber nach einer Weile, weil man gut aussortieren konnte, wer denn noch wichtig und wer nur noch Randfigur oder ohne Bedeutung ist.
Wir lesen nun also von einem hochgradig intriganten Psychospiel, welches am Ende komplett aufgeklärt wird. Und die Aufklärung hat es in sich. Teilweise habe ich leider einiges geahnt. Langsam bekomme ich wieder ein Gespür für Psychothriller. Aber das ist ja mein Reiz an ihnen. Aber dennoch hatte es noch genug für mich überraschende Aufklärungen. Dabei werden alte Highschool-Geheimnisse und neue aufgeklärt.
Der Schreibstil ist nach wie vor sehr flüssig und mit ein wenig Witz versehen. Alle Figuren sind charmant und ich habe mit ihnen mitfühlen können. Ich hatte auch absolut keine negativen Empfindungen zu einer der Figuren (auch nicht zur bösesten).
Der Gewaltanteil ist gering und auch nicht ausführlicher notwendig.
Alles in allem ein wirklich guter Psychothriller und definitiv nicht das letzte Buch dieser Autorin in meinem Bücherregal.
P.S. Es ist absolut komisch, wenn man seinen eigenen Vornamen in einem Buch liest und gewisse Ähnlichkeiten in Vorlieben und Verhalten erkennt.