Velvet Falls katapultiert einen von der ersten Seite an ins Geschehen. Julia Dippel schreibt mit hohem Tempo und einem dichten Stil, der kaum Verschnaufpausen lässt.
Wer die Welt erst kennenlernen möchte, bevor die Handlung Fahrt aufnimmt, wird sich anfangs ein wenig verloren fühlen. Die Geschichte wirkt stellenweise, als würde sie schon mitten in einer laufenden Reihe einsteigen, und zu manchem, wie etwa den Atax, fehlte mir schlicht das nötige Hintergrundwissen. Die Grundidee hat mich zwar sofort angesprochen, doch die Welt selbst blieb mir zu lange zu wenig greifbar.
Was dagegen glänzt, sind die Dialoge: direkt, frech, humorvoll. Mehr als einmal musste ich schmunzeln. Und auch die Nebencharaktere sind, wie schon in Dippels Sonnenfeuerballade-Reihe, wirklich gelungen. Ich hätte gerne mehr von ihnen gelesen.
Doch das letzte Drittel und die Badass Hauptprota Velvet machte vieles wieder wett. Das letzte hält einige echte Überraschungen bereit, die ich nicht kommen sah, und hat meine Neugier auf die Fortsetzung geweckt.
Fazit: Unterhaltsame Urban Fantasy mit starken Momenten und sympathischen Figuren für alle, die einem flotten, dichten Schreibstil etwas abgewinnen können und bereit sind, sich die Welt ein Stück weit selbst zusammenzusetzen