REM von Annika Strauss hatte eine vielversprechende Ausgangsidee und ein Setting, das neugierig macht. Die Verbindung aus psychologischem Horror, Albträumen und Realität bietet eigentlich viel Potenzial für eine spannende und beklemmende Geschichte. Leider konnte mich die Umsetzung jedoch nicht wirklich überzeugen.
Der Einstieg war noch interessant und hat einige Fragen aufgeworfen, die Lust auf mehr gemacht haben. Im weiteren Verlauf verlor die Handlung für mich jedoch zunehmend an Klarheit. Viele Ereignisse wirkten verwirrend und teilweise schwer nachvollziehbar, sodass es mir schwerfiel, der Geschichte emotional zu folgen. Statt Spannung entstand bei mir eher Distanz zum Geschehen.
Auch mit den Figuren wurde ich nicht richtig warm. Ihre Entscheidungen erschienen mir teilweise wenig nachvollziehbar, und ich hatte Schwierigkeiten, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Dadurch fehlte mir der emotionale Bezug, der gerade bei einem psychologischen Horrorroman wichtig ist, um die Geschichte wirklich intensiv zu erleben.
Der Schreibstil ist grundsätzlich flüssig, allerdings wirkten manche Szenen unnötig in die Länge gezogen, während andere interessante Aspekte nur oberflächlich behandelt wurden. Dadurch entstand für mich kein durchgehend stimmiger Lesefluss. Einige Horror-Elemente waren zwar kreativ, konnten die Schwächen der Handlung aber nicht ausgleichen.
Das Ende konnte meine Meinung leider nicht mehr wesentlich verbessern. Viele der aufgebauten Erwartungen wurden für mich nicht zufriedenstellend eingelöst, sodass ich das Buch mit einem eher enttäuschten Gefühl beendet habe.
Fazit: REM hat interessante Ansätze und einige gelungene Ideen, konnte mich aber weder mit seinen Figuren noch mit der Handlung dauerhaft überzeugen. Fans des Genres finden möglicherweise mehr Gefallen daran, für mich blieb das Buch jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück.