Ósmann, was “Mann vom Ós” bedeutet, ist Fährmann im rauen Norden Islands. Joachim B. Schmidt hat seinen Roman basierend auf der realen Lebensgeschichte des Hauptprotagonisten geschrieben.
Ósmann, der eigentlich Jón heisst, lebt meistens ganz allein dort, wo auch seine Fähre liegt, immer bereit, Menschen, Schafe und Pferde vom Fabelstrand an das andere Ufer zu bringen.
Man könnte meinen, er ist menschenscheu, aber seine Tür steht immer offen, es gibt auch Geselligkeit und er hat Gäste, geht ins Dorf, seine Eltern besuchen. Seine grosse Gestalt, seine doch auch stille Art kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er voll Liebe ist und sehr empfindsam. Voll Liebe zu den Seinen, zu den Menschen Islands und zu seiner Heimat Island, von der so viele Menschen weggehen, um im fernen Amerika ein besseres Leben zu haben. So gehen ihm auch die Menschenleben nah, welche die See fordert, die Toten, die er gesehen hat, Menschen, die er nicht retten konnte. Wenn er allein ist, schreibt er Gedichte, sehr schöne Verse. Im Buch sind sie mit Quellenangaben zitiert. Der Strand, an dem er wohnt, der Fabelstrand, ist quasi Programm, sieht er sich doch oft von Geistern umgeben.
Joachim B. Schmidt erweckt den Eindruck, in tief in die Seele dieses sanften Menschen blicken zu können. Die Schreibweise passt ausgezeichnet zur kargen Landschaft, den Menschen und den Geschehnissen, die beschrieben werden. Stille, atmosphärisch, hat sie mich vollkommen eingenommen und ich bin ausgesprochen berührt von diesem Buch.
Eine grosse Leseempfehlung!
Zeit seines Lebens hockt er am Teich,
Um Probleme macht Jónas einen Bogen.
Er ist ein König in seinem Kinderreich.
Die Töpfe leer bis auf den Boden
Und als sich die Frau nach dem Preis für die Kost und die bevorstehende Überfahrt erkundigte und schon nach einer Geldbörse in ihrem Rock griff, war es Ósmann, der seine Hand auf ihren Arm legte. Das komme nicht infrage. Ihr Geld habe bei ihm spärlichen Nutzen, darum, nein, ausgeschlossen …