Ein Kletterduo mit photographe machen sich auf eine Abenteuerreise rund um die ganze Welt. Möglichst viele unberührte Brandungspfeiler werden bestiegen. Keine pilier de la mer auf den verschiedensten Meeren ist vor ihnen sicher. Gesucht werden die letzten Orte, wo noch nie jemand war, vielleicht auch nie jemand jemals wieder wird hingehen können. Die Brandungserosion hat sie gebildet und wird sie eines Tages ganz zum verschwinden bringen. Stacks sind faszinierende Naturdenkmäler; mächtige Felsen, aber vergänglich. Diese Vergänglichkeit wird zum roten Faden im Buch. Dafür wird teils morbide Sprache verwendet und die Natur, oft nur Nebenschauplatz. Nun wird konstant ein metaphorischer Egotrip mit philosophischem Halbwissen unterlegt (N’importe quoi). Koste es, was es wolle. Viel Tesson eben, wie man dies bereits kennt vom Autor und Geographen. Auch viele unpassende Einflechtungen von Zitaten und Weisheiten. Die vielen Küstenorte rund um die ganze Welt, hätten eine tolle Kulisse für spannende Geschichten geboten. Die Natur kommt einfach zu kurz.
Nachdenklich macht so einiges. Mir fällt vor allem die Doppelmoral auf, welche das Abenteurer-Team auf ihren Reisen auslebt. Die eigene Heuchelei der Safari wird erkannt. Entsprechend gehandelt wird aber nicht. Götter werden bemüht. Hinterfragen und Gedankenexperimente wären ja spannend - Moral, Ethik und Physik haben aber auch ihre Grenzen. Zumal dann auch noch die Kunst bemüht wird (inklusive Glauben, Wissen, Freiheit, moderne Welt und schliesslich auch Religion). Es scheint, alles nur um ihre Reisen zu rechtfertigen.
Das Buch hinterlässt viele Fragezeichen bei mir. Ich wäre gerne auf eine Reise mitgegangen. Ich hätte mich gerne inspirieren lassen. Etwas weniger pathetischer Text. Etwas weniger Tesson. Weniger Auswahlsendungen. Mehr Erkenntnisse. Viel mehr Natur. Das Buch regt aber zum Nachdenken an. Die tollen Bilder trösten etwas. In einer Galerie im Grossformat, in Farbe – bestimmt ein highlight.
Kann man lesen - muss man nicht.