Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei 😉
Nachdem mich vor ca. einem halben Jahr “ Was von ihrer Geschichte blieb” schon verzaubern konnte, war klar, dass auch dieser Roman hier bei mir einziehen darf.
Zeitweise habe ich auch zur Hörbuchvariante gegriffen, weshalb ich zuerst auf die Sprecherin Yara Blümel eingehen werde. Ich empfand ihre Stimme als total angenehm, klar, warm, eher tief, vielseitig und sie transportiert Stimmungen &Emotionen so lebendig, dass ich als Hörerin tief in das Geschehen eintauchen konnte. Für mich wirklich ein absoluter Hörgenuss. Nun aber wieder zurück zum Print.
Der Schreibstil ist bildhaft, atmosphärisch, wortgewaltig, teilweise poetisch angehaucht so dass ich mir immer wieder wunderschöne Formulierungen markiert habe. Die Geschichte wird fast ausschliesslich auf Hazels Perspektive in der dritten Person und auf zwei Zeitebenen( 1939/40 und 1960) erzählt. Klar ersichtlich am Anfang des Kapitels mit der jeweiligen Jahrzahl, weshalb ich nie ein Durcheinander hatte auch nicht in der Hörbuchversion.
Hazel Linden ist unsere zentrale Protagonistin, durch ihre Augen erleben wir den grössten Teil der Geschichte. Ich mochte sie echt gerne, sie ist loyal, aufrichtig, beharrlich, gesegnet mit wahnsinnig viel Fantasie und macht im Verlauf der Geschichte eine starke Entwicklung durch. Flora ihre um einige Jahre jüngere Schwester ist einfach süss mit ihrer verträumten, unschuldigen, neugierigen Art. Auch die weiteren Charaktere, die eine wichtige Rolle spielen waren mir fast durchwegs sympathisch, sei es die Mutter der beiden Schwestern oder Barnaby der Verlobte von Hazel vom Typ her das Gegenteil von ihr da, doch eher pragmatisch, nüchtern, strukturiert. Ins Herz geschlossen habe ich aber auch Bridie Aberdeen, die Gastmutter auf dem Land mit ihrem herzlichen, warmen, bodenständigen Wesen und natürlich ihr ehrlicher, liebenswerter, aufgestellter, sanfter und ebenfalls kreativer Sohn. Es tummelten sich natürlich noch weitere Figuren in dieser Geschichte dies würde jedoch den Rahmen sprengen und evtl. auch spoilern, weshalb ich es dabei belasse. Grundsätzlich bleibt zu sagen; die Charakterausarbeitung ist wirklich gelungen, die Figuren wirken lebendig, ich konnte emotional mitgehen und mochte die Verbindungen, Interaktionen und Dialoge untereinander.
Der ganze Aufbau des Romans mit den zwei Zeitebenen, die Idee mit dem geheimnisvolle Buch, welches alles irgendwie miteinander verbindet und definitiv für Spannung und miträtseln sorgt hat mir ausserordentlich gut gefallen. Ebenfalls berührte mich die Botschaft der rettenden, heilenden Kraft von Geschichten& Fantasie in schweren Zeiten. Auch werden, wie schon in “ Was von ihrer Geschichte blieb” Themen wie Familie, Trauer, Vergebung und Liebe in ihren verschiedenen Facetten mit eingeflochten. Vor allem hat mich das Buch aber wieder mit seiner dichten, magisch angehauchten und bildhaften Atmosphäre verzaubert, so dass ich nach Beendigung fast nicht mehr auftauchen wollte….
Ich hoffe, dass noch ganz viele weitere Bücher der Autorin ins Deutsche übersetzt werden
5 Sterne