Ich weiss nicht wo ich anfange soll, denn dieses Buch hat mich sehr berührt und emotional mitgenommen, da einige Situationen an meinen eigenen Papa erinnert haben.
Bo, 89 Jahre, lebt alleine im Haus mit seinem Hund Sixten, nach dem seine Frau aufgrund ihrer Demenz in einem Pflegeheim lebt. Für ihn ist Hund Sixten alles, dennoch sind Familienangehörige, vor allem sein Sohn, der Meinung, dass Bo den Hund in eine andere Familie geben sollte, da er selbst nicht mehr in der Lage ist, mit Sixten richtig Gassi zu gehen.
Diese Situation kann ich sehr gut nachempfinden, denn was geben uns Tiere? Sie schenken uns Halt in schweren Zeiten. Der Gedanke, seinen geliebten Hund weggeben zu müssen, bricht Bo das Herz. Er fühlt sich von seinem Umfeld nicht verstanden und tut alles, um Sixten bei sich zu behalten.
Bo wird unter anderem von einem mobilen Pflegedienst unterstützt. Damit sich die Mitarbeitenden untereinander austauschen und wissen, was bei Bo Zuhause bereits erledigt wurde, gibt es ein Notizbuch. Jedes Kapitel beginnt mit dem Auszug aus dem Notizbuch.
Lisa Ridzén hat mich sehr beeindruckt, wie sie die Emotionen eingefangen hat. Durch ihren Schreibstil bleibt Bo in der Gegenwart, während seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit abdriften. Dort zieht nochmal die ganze Zeit mit seiner Ehefrau an ihm vorbei und wir lernen ihn auch als jüngeren Mann kennen.
Diese Zeitsprünge mögen vielleicht nicht jedem gefallen, mich haben sie nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand die Reise durch Bo’s Gedanken sehr berührend. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, an meinen Papa zu denken. Was hat er wohl in den letzten Stunden seines Lebens gedacht?
Mehrmals beim Lesen sind mir die Tränen gekommen, und das zeigt mir, wie nah mir dieses Buch gegangen ist. Für mich war diese Geschichte ein wahres Leseerlebnis und definitiv ein Highlight 2026!