Karen Sander hat den neuen Fall für Mascha Krieger und Tom Engelhardt als Trilogie geschrieben. Es ist wichtig, alle Bände in ihrer Reihenfolge zu lesen, um die ganze Geschichte zu begreifen. Nachdem dies die dritte Trilogie von Sander ist, die ich lese, frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, dies alles in einem Band zu schreiben. Auch wenn das Buch dann viele Seiten haben würde. Ich bin so vorgegangen, dass ich geduldig gewartet habe, bis alle drei Bände “Versunken”, “Verblendet” und “Verloren” erschienen waren, um sie dann hintereinander zu lesen. Im anderen Fall bleibt man monatelang auf einem dicken Cliffhanger sitzen.
Es beginnt mit der Entdeckung einer versunkenen Segeljacht durch Hobbyschatzsucher. In der Kajüte befinden sich vier Leichen, eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Alle wurden erschossen. Es erweist sich als extrem herausfordernd, einen Ermittlungsansatz zu finden. Vieles Ansätze führen in Sackgassen, weil auch das Motiv für diese Tat nicht klar ist. Dann geschieht ein weiterer Mord. Wieder ist das Motiv offen. Es besteht keine sichtbare Verbindung zwischen den Opfern. Am Ende werden es acht Tote sein.
Mir gefällt Sanders Art der Erzählung sehr gut, da sie auch den Frust in der Ermittlungsarbeit sichtbar macht, nicht nur die tollen Sachen. Es ist nicht ein Held, der alles herausfindet. Es sind grosse Teams, die zusammenarbeiten müssen. Und es menschelt gewaltig. Neid, persönliche Verstrickungen und Karrierdenken mischen mit. Das zeichnet die Protagonisten sehr nah und lässt die Leser wirklich teilhaben an der Geschichte, wobei die Autorin viel Aufwand betreibt, um jeden Charakter fassbar herauszuarbeiten. Mit der Zeit und der Leseerfahrung weiss ich, dass jedes Detail, jeder Nebenschauplatz sich am Ende in das grosse Ganze einfügen wird.
Auch hinter dieser Trilogie ziehen sich die Lebensschicksale von Mascha Krieger und Tom Engelhardt, die die treuen Leser von Sanders Trilogien seit dem ersten Band “Der Strand: Vermisst” begleiten und einen starken roten Faden bilden.
Und wie zuvor entlässt uns die Autorin aus dem letzten Band mit einem weiteren Cliffhanger, der Maschas Suche nach ihrer Mutter weitertreibt. Die Spannung bleibt auch nach neun Bänden immer noch sehr hoch, selbst wenn die einzelnen Fälle zu einer Lösung kommen.