Hörst du den Schrei ist für mich ein insgesamt gelungener Thriller, der mich bis fast zur letzten Seite miträtseln liess. Besonders gut gefallen hat mir, dass es mehrere mögliche Täter gab und die Geschichte immer wieder neue Zweifel gesät hat. Dadurch war ich lange unsicher, wer wirklich hinter allem steckt.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass man schnell in die Handlung hineingezogen wird. Die düstere Atmosphäre und die verschiedenen Verdachtsmomente machen das Buch spannend, auch wenn es zwischendurch für meinen Geschmack teilweise etwas an Spannung gefehlt hat.
Gut gefallen hat mir auch die persönliche Entwicklung des Hauptprotagonisten, besonders dass er die Beziehung zu seinem Vater wieder aufgenommen hat. Das hat der Geschichte zusätzlich etwas Emotionales gegeben und die Figur greifbarer gemacht.
Etwas schade fand ich allerdings, dass gegen Ende einige Figuren zu wenig Platz in der Geschichte bekommen haben. Manche Charaktere wurden interessant eingeführt, später aber kaum noch weiter vertieft (Sohn von Mathildas Nachbarin). Dadurch wirkten einige Nebenfiguren am Schluss etwas liegen gelassen.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt gut gefallen. Vor allem die Unsicherheit darüber, wer tatsächlich der Täter ist, machte die Geschichte lesenswert.