Endlock ist das grausamste Gefängnis aller Zeiten. Ursprünglich erbaut, um die Kriminalität einzudämmen, hat es sich zu einem veritablen Geschäftszweig entwickelt. In Endlock dürfen die Menschen mit Geld auf Jagd gehen. Es ist geradezu ihre Bürgerpflicht, die Welt von Kriminellen zu befreien. Doch es gibt keinen Unterschied. Für Mundraub landet man genauso in Endlock, wie für einen Mord.
Raven war noch sehr jung, als ihre Eltern in Endlock ums Leben kamen. Um sich und ihren kleinen Bruder versorgen zu können, begann sie als Kopfgeldjägerin zu arbeiten. Als ihr kleiner Bruder festgenommen wird, überlegt Raven nicht lange. Sie lässt sich ebenfalls verhaften, damit sie ihn in Endlock beschützen kann.
Raven hat früh gelernt, niemandem zu vertrauen, sich auf niemanden zu verlassen. Dass sie genau das in Endlock wieder lernen wird, kann sie selbst kaum glauben. Doch sie findet Freundschaft, Zusammenhalt und sogar Liebe an diesem gottverlassenen Ort, wo die Grausamkeit keine Grenzen kennt.
Das Buch ist streckenweise wirklich heftig zu lesen und doch wissen wir aus der Geschichte, wie grausam Menschen sein können, wenn der Rohheit kein Einhalt geboten wird. Die Autorin verwebt hier geschickt die Brutalität des Alltags mit dem Funken Hoffnung, den die kleine Gemeinschaft in Endlock sich aufbauen kann.
Ob ihnen die Flucht gelingt, wird hier natürlich nicht verraten.
Mich konnte das Buch von Anfang an fesseln und ich empfehle es allen, die “Die Tribute von Panem” mochten. Daran erinnert es ein bisschen.