Eva Pramschüfers Debütroman „Weisse Sommer" hat mich überraschend bewegt. Zwar hatte ich aufgrund meines geringen Interesses an Liebesgeschichten zunächst gezögert, doch das ansprechende Cover und neugierig machender Klappentext weckten mein Interesse.
Das Buch ist unglaublich leicht und gleichzeitig tiefgründig geschrieben. Die Seiten fliegen förmlich an einem vorbei, sodass ich es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe. Besonders beeindruckt hat mich die sommerliche Atmosphäre, die sich durch das gesamte Werk zieht. Man spürt die Wärme und Leichtigkeit des Sommers, was die Lektüre zu einer perfekten Einstimmung auf die wärmere Jahreszeit macht.
Wir lernen Alma und Théo Stück für Stück kennen. Ohne ihre vollständige Vorgeschichte preiszugeben, werden wir behutsam in ihre Gefühlswelten eingeführt. Die Entwicklung ihrer Beziehung und die inneren Konflikte der beiden Figuren sind einfühlsam dargestellt und regen zum Nachdenken an.
Ein Aspekt, der mich stellenweise verwirrt hat, sind die Zeitsprünge. Nicht immer ist klar, ob wir uns in der Gegenwart oder einer Rückblende befinden, was den Lesefluss minimal stören kann. Auch das Ende kam für mich etwas überraschend schnell – nach all der Zeit, die in die Vorgeschichte investiert wurde, wirkten die finalen Entscheidungen etwas abrupt.
„Weisse Sommer" ist eine berührende Geschichte über Menschen, Leben, Schmerz und Liebe. Sie hinterlässt Spuren und wirft Fragen auf, die lange nachklingen. Trotz kleiner Schwächen ist es eine schmerzhaft schöne Lektüre, die ich gerne weiterempfehlen würde.