Ein atmosphärisches und ungewöhnliches Buch, das mich vor allem durch seine bildliche Sprache und die melancholische Stimmung abgeholt hat. Die Autorin schafft es, einen sehr eigenen Ton zu setzen und eine Welt zu öffnen, die für mich persönlich neu und teilweise auch herausfordernd war.
Thematisch bewegt sich der Roman in queeren und polyamoren Lebensrealitäten. Genau das fand ich spannend, weil ich beim Lesen neue Perspektiven kennengelernt habe. Gleichzeitig merkte ich, dass ich mich stellenweise erst orientieren musste und gewisse Begriffe nachschlagen wollte
Kritisch sehe ich die Figurenzeichnung: Viele Charaktere wirkten auf mich etwas künstlich oder stark in bestimmte Rollen gesetzt. Dadurch blieb mir als Leserin manchmal zu wenig Freiraum, sie wirklich selbst zu entdecken oder emotional näher an sie heranzukommen.
Trotzdem hat das Buch eine besondere Atmosphäre und bleibt im Kopf. Für mich kein Roman, den ich uneingeschränkt jedem empfehlen würde, aber definitiv ein Buch für Leser:innen, die offen für andere Lebensentwürfe sind und sich gerne auf etwas Eigenwilliges einlassen.