Ein Abbild unserer Gesellschaft und ihrer Vorurteile in einer Situation in der ich hoffe, dass sich nie jemand wiederfinden muss.
Persönlich mochte ich Theaterstücke in Buchform schon seit ich das erste Mal eines gelesen hatte! Das ist hier nicht anders, ich kam durch die Dialog-fokussierte Handlung schnell ins Buch und somit den Gerichtssaal rein. Ich habe die Rechtsanwält*innen Breslau und Biegler aufgrund ihrer mit B-anfangenden Namen oft verwechselt. Das kommt bei mir zwar öfter vor und ist auch nicht weiter schlimm. Hier hat es aber doch wesentliche Auswirkungen auf das Buch bzw den Fall, ob jetzt die Verteidigung etwas sagt oder die Nebenklage-Vertretung.
Vom Buch hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Es ist auch “nur” ein Theaterstück, als Roman wäre es definitiv zu kurz bzw zu oberflächlich für mich. Klar, das Ende ist offen und der Prozess noch nicht beendet, trotzdem hat es sich schnell angefühlt. Oft wurden einfach Fakten und Statistiken aufgelistet, die zwar zur Story passten (z.B. bei der Aussage der Gutachterin), aber sich trotzdem wie eine Liste angefühlt haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein solcher Prozess nicht an einem einzelnen Prozesstag (so gut wie) fertig ist. Zum Glück bin ich aber noch nie in der Situation gewesen und kann es daher nicht zu 100% beurteilen.
Trotzdem ein Buch, dass ich weiterempfehlen kann. Vor allem für Menschen die sich mit dem Thema sexuelle Gewalt ein bisschen auseinandersetzen möchte oder einfach wieder einmal ein Theaterstück lesen.