Cover:
Das Buchcover ist recht schlicht gestaltet. Es zeigt sie Silhouette eines Mannes, der an ein Auto gelehnt ist, sowie einen Strommasten. Der Hintergrund ist in Grün- bzw. Blautönen gehalten. Grundsätzlich gefällt mir das Cover ganz gut, so richtig zur Geschichte passt es meiner Ansicht aber nicht.
Handlung & Charaktere:
Carla, Reed und Liz leben in einer amerikanischen Kleinstadt namens Locksburg und kennen Verbrechen eigentlich nur aus dem Fernsehen. Doch alle drei werden eines Besseren belehrt und sehen sich mit Situationen konfrontiert, die sie an ihre Grenzen bringen. Und je mehr jeder von ihnen versucht das Richtige zu machen, desto schlimmer wird es…
Carla ist alleinerziehend, will sich ihren Traum vom eigenen Restaurant verwirklichen und hat einen Sohn (Billy), der aufs M.I.T. geht. Sie hat keine Ausbildung und nimmt für ihren Traum eine Hypothek auf ihr Haus auf. Durch ihren Sohn Billy, für den sie alles tun und ihn beschützen würde, gerät eines Abends ihre Welt in Schieflage.
Reed ist ca. 20 Jahre alt, neurodivers (Autist) und hat kürzlich seine Mutter verloren. In der Kleinstadt geben alle ihm die Schuld dafür. Er hat einen Bruder namens Greg und es steht im Raum, dass er in eine Art betreutes Wohnen übersiedeln soll. Er sagt immer die Wahrheit und Versprechen sind ihm heilig, so auch jenes, dass er seiner toten Mutter gegeben hat.
Liz dürfte ca. 30 Jahre alt sein und jagt ihrem Traum nach Sängerin zu werden. Dafür hat sie die letzten Jahre auf Sparflamme gelebt. Nun scheint der Durchbruch zum Greifen nah. Durch ihren Freund Luke gerät Liz in eine brenzlige Situation.
Die Figuren habe alle ihr Päckchen zu tragen. Mit keinem scheint es das Leben leicht gemeint zu haben. Der Autor hat es meiner Meinung nach gut geschafft jedem Hauptcharakter seine eigene Stimme zu geben. Außerdem finde ich, dass die Figuren so angelegt sind, dass man sich in jede auch gut hineinfühlen/hineinversetzten kann. Das gefällt mir sehr.
Schreibstil/ Erzählweise:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut und leicht zu lesen, sodass man rasch in die Geschichte eintaucht und beim Lesen auch gut weiterkommt. Die Erzählweise bzw. Stimmung empfinde ich als leicht melancholisch, die Sprache ist eher nüchtern, aber genau das passt meiner Meinung nach gut zur Geschichte.
Der Autor erzählt die Geschichte aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren Carla, Reed und Liz. Die unterschiedlichen Blickwinkel habe ich sehr interessant und spannend gefunden. Stellenweise hatte ich richtig Herzklopfen. Mit fortlaufender Geschichte überschneiden sich schließlich die Handlungsstränge. Carlas und Liz Perspektive habe ich besonders gemocht.
Meinung & Fazit:
„What about the bodies“ ist das erste Buch, das ich von Ken Jawowoski gelesen habe und es scheint auch das erste Buch zu sein, dass bisher in deutscher Übersetzung vorliegt.
Ein typischer Kriminalroman ist das Buch meiner Ansicht nach eher nicht, sondern mehr ein Spannungsroman. Das tut dem Buch aber keinen Abbruch, es ist dennoch sehr spannend, sodass man beim Lesen mit den Figuren mitfiebert. Am Schluss gibt es ein paar Wendungen, die ich nicht ganz vorhergesehen habe. Eine davon hat mich sehr positiv überrascht, weil ich sie sehr menschlich und schön gefunden habe. Eine andere Wendung wiederrum hat mich zum Grübeln gebracht.
"What about the bodies“ ist insgesamt ein sehr spannendes Buch über moralische Grauzonen, aber auch über familiären Zusammenhalt und darüber, was man bereit ist auf sich zu nehmen für die eigenen Träume und das Wohl der Menschen, die man liebt.
Ein super Buch, das mich toll unterhalten hat!