Eigentlich las ich diese Kurzkrimis, weil das gut als Abwechslung neben dem Lesen eines Sachbuchs ging, ohne dort den Faden zu verlieren. Diese Kurzkrimis hatten aber einen besonderen Reiz – ich komme dazu.
Am Anfang musste ich mich etwas an die Art von Inspektor John Rebus gewöhnen. Die Art, die für einen Mann in den Vierzigern in den Jahren um 1980 gängig war, eine gewisse Überheblichkeit und seine Haltung den Frauen gegenüber. Bald lernt man über gewisse Eigenarten hinwegsehen und geht mit ihm sehr gerne den Rätseln der Kriminalfälle auf den Grund. Er hat seinen ganz eigenen Charakter, so wie Hercule Poirot ebenfalls seinen ganz eigenen Stil hat. Die Geschichten handeln alle in Edinburgh und naher Umgebung und sind nicht gewaltverherrlichend. Spannend ist es, dass die Geschichten “mit der Zeit gehen”. Das heisst, sie folgen einem echten Zeitverlauf. John Rebus wird älter im Verlauf der Sammlung. Am Anfang gibt es noch Filme, CDs, analoge Telefonapparate, weiter hinten im Buch sind Mobiltelefone in Gebrauch.
Am Ende des Buches schreibt Rankin, wie er zum Schreiben kam, wie er Rebus erfand und die Geschichten schrieb und wie Rebus in Pension geht. Nur schon dieses Kapitel ist das Lesen des Buches wert. Auffallend ist auch die meiner Meinung nach hervorragende Übersetzung.