Zum einen hat das Buch genau das mit mir gemacht, was es sollte – es hat mich fürchterlich aufgeregt. Hat also wunderbar funktioniert. Nun bleibt die Frage: will ich das lesen? Lana Lux schreibt eine Geschichte über einen sehr problematischen Protagonisten, bei dem die Leserin das unfreiwillige Vergnügen hat, seine Gedanken und Beweggründe zu erfahren. Ich habe diesen Typen so ab Seite 5 gehasst. Die Beschreibung ist Spot on, aber ist irgendwie ähnlich wie beim Alpha-Männer-Podcast: Schon faszinierend zu sehen, wie verblendet und realitätsfremd man sein kann, allerdings könnte ich meine Zeit auch mit Geschichten über Verbundenheit, Female Rage oder Heldinnen füllen. Die weibliche Protagonistin ist auch ziemlich anstrengend und die Solidarität mit ihr stellt sich nur ein, weil gewalttätige Männer diese eben auslösen. Zu ähnlichen Themen empfehle ich daher eher das Buch «Die schönste Version» von Ruth-Maria Thomas. Gibt der Leserin irgendwie mehr zurück und kanalisiert die Wut besser.