“Noch fünf Tage” von Helena Falke ist ein Thriller mit einer ungewöhnlichen Grundidee: die Protagonistin Lis versucht, in den Tagen, die ihr noch verbleiben, die Umstände des Mordanschlages auf sie selbst zu verstehen. Der Einstieg ist interessant, die Geschichte spannend und gut lesbar, die Handlung ungewöhnlich und definitiv kein klassischer Krimi. Das Ende ist ziemlich brutal und die Geschichte endet nicht in Wohlgefallen - es braucht somit ein gutes Nervenkostüm. Zudem: wer erwartet, dass Davos, das prominent erwähnt wird, in der Handlung vorkommt, wird enttäuscht werden. Die wenigen Male, wo von Davos die Rede ist, “sieht” man die Berge durch das Fenster des Spitalzimmers, wo die Protagonistin liegt… Spannend sind hingegen die Szenen aus der Küche und vom Wettbewerb in der Gastro-Szene. Leider übertreibt die Autorin dann etwas, indem sie auch noch moderne Lifestyle-Beratung und Influencertum in unrealistischer Weise in die Geschichte einbringt. Auch andere Handlungsstränge zum Schluss (Beihilfe zum Mord?) sind nicht stringent. Insgesamt aber ein kurzweilig geschriebener Thriller, der gute Unterhaltung bietet.