Zu Beginn tat ich mich eher schwer mit dem Inhalt. Es war mir zu viel Sex in zu genauen Details. Ich hatte irgendwie das Gefühl, das ich in einem Ratgeber für Geschlechtsverkehr gelandet bin. Doch mit der Zeit begann auch die Handlung sich ins positive zu drehen und das Buch mutierte im letzten Viertel doch noch zu einem Page Turner. Mir ist noch nie aufgefallen, wie detailreich und detailgenau Isabel Allende schreibt. Nebst den vielen Abschnitte mit detaillierter Beschreibung von Geschlechtsverkehr zwischen verschiedensten Menschen war auch der Abschnitt über den Salpeterkrieg in Chile sehr detailliert beschrieben speziell die Gräueltaten und die Verwundungen.
Im Buch gibt es zwei Stränge, welche gegen Ende zu einem einzigen zusammen geführt werden. Da ist die Familie in Chile welche sehr gross und relativ einflussreich ist. Auf der anderen Seite ist ein Teil dieser Familie in San Franzisco und auch dort sehr einflussreich und wohlhabend. Über allem herrscht Paula eine äusserst übergewichtige Matrone. Sie hat alles im Blick, überlässt nichts dem Zufall und was sich nicht von selbst regelt, regelt sie mit Geld und Einfluss. Sie ist eine herzliche Frau, auch wenn man dies auf den ersten und zweiten Blick nicht sieht, doch in der sehr harten Schale schlummert ein sehr weicher Kern welcher nur die wenigsten bereit sind, zu entdecken.
Sie zieht ihre Enkelin auf, nachdem die Mutter bei der Geburt gestorben war und der Kindsvater sich aus dem Staub gemacht hat. Die Enkelin vergöttert ihre Oma, ebenso wird Paula von ihrem Buttler sehr verehrt und er rettet die Enkelin wie auch andere Familienangehörige aus so mancher misslichen Lage.
Ein empfehlenswertes Buch.