Das Buch entführt in eine fantasievolle Welt voller Fabelwesen, magischer Verbindungen und spiritueller Hierarchien aus Hütern, Verbindern und Novizen. Besonders spannend fand ich die Grundidee der Wesen und das gesamte Verbindungssystem, das der Geschichte eine sehr eigene Atmosphäre verleiht. Die Welt fühlt sich kreativ und originell an und hebt sich angenehm von vielen klassischen Fantasy-Settings ab.
Vor allem am Anfang braucht es etwas Zeit, um die verschiedenen Begriffe, Regeln und Strukturen zu verstehen. Sobald man jedoch hineingefunden hat, entsteht ein interessantes Setting mit viel Potenzial. Besonders die Szenen mit den Wesen und die mystischeren Momente der Geschichte konnten mich immer wieder packen.
Leider konnte mich der Plot insgesamt aber nicht vollständig überzeugen. Für mich war das Pacing eines der grössten Probleme des Buches. Manche Entwicklungen gingen sehr schnell, insbesondere die Beziehung zwischen den Hauptfiguren, während andere Teile der Geschichte sich zwischendurch eher gezogen haben. Dadurch wirkte die emotionale Tiefe teilweise unausgeglichen.
Auch einige Wendungen, die zunächst sehr bedeutend aufgebaut wurden, hatten am Ende weniger Einfluss auf die Handlung als erwartet. Besonders das Finale fühlte sich für mich zu schnell und etwas zu einfach gelöst an, wodurch Spannung und Konsequenzen verloren gingen.
Ich glaube tatsächlich, dass der Geschichte ein Reihenformat deutlich besser getan hätte als ein Einzelband. Die Welt, die Ideen und auch manche Charaktere hätten mehr Raum gebraucht, um sich vollständig entfalten zu können. Gerade deshalb finde ich es fast schade, weil so viel Potenzial vorhanden gewesen wäre.
Trotz meiner Kritik mochte ich den Schreibstil sehr gerne, und einige Szenen waren atmosphärisch und spannend geschrieben. Insgesamt war es für mich daher kein schlechtes Buch – die Umsetzung konnte für mich nur leider nicht ganz mit der starken Grundidee mithalten.