Pina ist alleinerziehende Mutter vom 20-jährigen, autistischen Leo. Bei ihr fliessen alle Fäden zusammen, ohne sie geht nichts. Doch dann klappt sie zusammen, kommt ins Krankenhaus. Was passiert nun mit Leo?
Vera Zischkes Roman ist mein neues Lieblingsbuch! Die allwissende Erzählerin wechselt beständig die Perspektive und schildert, wie sich die betagte Inge, der schüchterne Wojtek und die wütende Zola zusammenraufen und in den kommenden Wochen über sich hinauswachsen, um für Leo da zu sein. Das geht nicht ohne Reibereien, Rückschläge, Zweifel und ist daher zutiefst menschlich, tröstlich und beglückend zu begleiten. Vor allem aber sensibilisiert uns der Roman für andere Lebenswirklichkeiten. Wie vielen Menschen mit Autismus oder allgemein Behinderungen begegnen wir im Alltag? Wie reagieren wir auf ein Verhalten, das uns nicht normal erscheint? Wer legt eigentlich fest, was «normal» ist? Welche Sorgen und Kämpfe begleiten die Eltern von Kindern mit Behinderung?
Die Kombination aus durchaus schwierigen Themen mit der warmherzigen Erzählweise und die gekonnt ineinander übergehenden Perspektivwechsel machen aus «Pina fällt aus» eine bereichernde Lektüre! Unbedingt lesenswert!!