Cover & Gestaltung:
Optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Das Cover zeigt das titelgebende Haus, das von einem Wald umgeben ist. Die Farben sind leuchtend und die Gestaltung so, dass es eine magische Atmosphäre versprüht (Haus mit Ranken, leuchtende Pünktchen, ein kleiner Drache etc.). Auch der Farbschnitt und die Kapitelanfänge sind wunderschön gestaltet. Das Buch ist meiner Meinung nach einfach ein Hingucker.
Handlung:
Calisas Herz ist gebrochen. Daher verbringt sie den Sommer nicht wie geplant zuhause in Brooklyn, sondern bei ihrer Großtante Zee im Faraway Inn. Das Gasthaus scheint Calisa der ideale Ort zum Abschalten zu sein, denn das Inn liegt tief verborgen in den Wäldern von Vermont. Bei ihrer Ankunft ist Calisa aber enttäuscht: Das Haus ist einem schlechten Zustand und ihre Großtante will sie am liebsten gar nicht dahaben. Calisa darf dennoch bleiben und stellt schon bald fest, dass das Haus ein magisches Geheimnis birgt. Und dann ist da auch noch Jack, der Sohn des Hausmeisters, der Calisa Herzklopfen bereitet…
Schreibstil & Aufbau:
Sarah Beth Durst hat einen tollen Schreibstil, der es einem erlaubt leicht in die Geschichte einzutauchen. Sie schreibt flüssig und die Kapitel haben aus meiner Sicht eine angenehme Länge. Die Autorin schreibt auch sehr bildlich, sodass man sich beim Lesen das Faraway Inn und die anderen Schauplätze anhand der Beschreibungen sehr gut vorstellen kann.
Die magischen Elemente der Geschichte nehmen mit der fortlaufenden Handlung dazu. Je länger Calisa im Haus ihrer Großtante ist, entdeckt sie mehr Ungereimtheiten, bis sie schließlich die Magie dahinter erkennt. Mir hat dieser Verlauf sehr gut gefallen, weil man dadurch gemeinsam mit der Hauptfigur eine neue Welt entdeckt.
Charaktere:
Zu den Hauptfiguren aus „The Faraway Inn“ zählen Calisa, Jack und Großtante Zee.
Calisa hat Liebeskummer und flieht daher zu ihrer Großtante Zee, weil sie Abstand braucht und ihrem Ex-Freund Ethan, der sie betrogen hat, aus dem Weg gehen will. Dass Tante Zee sie gar nicht so wirklich bei sich haben will, irritiert sie. Dennoch lässt sie sich nicht davon unterkriegen und macht sich im Haushalt nützlich, wo sie kann. In gewisser Weise ist sie ähnlich dickköpfig wie ihre Großtante, zudem ist sie sehr zielstrebig, wenn sie sich etwas vorgenommen hat. Es zeigt sich, dass Calisa ein gutes Händchen mit den Gästen hat. Außerdem scheint Zee zu gefallen, wie Calisa mit der Echse Steve umgeht. Calisa durchläuft während des Buchs meiner Ansicht nach eine schöne Entwicklung.
Jack ist der Sohn des Hausmeisters uns lebt von klein auf im Gasthaus. Er ist ca. ein Jahr älter als Calisa und versucht das Inn so gut es geht in Schuss zu halten. Er ist ein warmherziger Mensch, der keine Angst hat, seine Gefühle zu zeigen und auch in Zeiten von Trauern und Sorgen die Stärke besitzt und trotzdem weiter macht. Das bewundert Calisa sehr an ihm.
Großtante Zee ist aus meiner Sicht eine etwas schrullige alte Dame. Nach außen hin ist sie sehr abweisend und distanziert und manchmal meint man bei ihr Verbitterung herauszuhören. Aber im Grunde ist sie ein herzlicher Mensch mit einem guten Kern, den sie nur gut verbirgt. Das Faraway Inn liegt ihr sehr am Herzen. Auch sie entwickelt sich ein wenig und lernt schließlich Hilfe anzunehmen.
Meinung & Fazit:
„The Faraway Inn“ war für mich das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Klappentext und Buchcover haben mich sehr unabgesprochen und ein cozy Fantasy Buch versprochen und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Geschichte ist sehr süß und die Figuren gehen einem ans Herz. Die Entwicklung der zarten Liebesbeziehung zwischen Calisa und Jack hat mir sehr gefallen. Sehr süß fand ich auch die Nebenfigur Steve.
Zwei Buchstellen haben mir besonders gefallen, weil sie meiner Ansicht nach die Bedeutung bzw. die Wertigkeit des Inns schön hervorheben:
„Dein Aufenthalt im Faraway Inn ist nicht für immer. Es heißt nicht, dass du auf ewig davonläufst. Ich finde es gut, dass du dir eine Pause gönnst und dich neu orientierst, wenn es sein muss, bevor du dich dem stellst…was auch immer du für Probleme hast.“
„Jeder brauchte einen Ort, an den der fliehen konnte, und dieses Haus hier…Es erfüllt ein Bedürfnis. Ein wichtiges Bedürfnis.“
Das Buch liest sich einfach toll und ich bin gemeinsam mit Calisa immer mehr in die magische Welt eingetaucht. Die bildreiche Sprache und die Beschreibungen haben mir gut gefallen und konnte mir alles so richtig schön vorstellen. Die Menge an Magie war für mich genau richtig! Für mich ein richtiges Wohlfühlbuch!