Die Welt, in die wir im Dämonenzyklus eintauchen, wird jede Nacht (wie der Name der Reihe verrät) von Dämonen heimgesucht. Das Einzige, was Mensch, Tier und Hof vor ihnen bewahrt, sind Runen. Wir folgen dem Bauernjungen Arlen, der bei einem Dämonen-Angriff seine Mutter verliert. Verzweifelt einen Ausweg aus diesem Kreislauf finden zu wollen, macht sich Arlen auf, um die alten Kriegsrunen zu suchen. Diese sind schon vor vielen Jahren in Vergessenheit geraten. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr Charakter lernen wir kennen. Die Geschichte wächst, dehnt sich in verschiedene Länder aus, wird politischer und immer verflochtener. Wir lernen, dass es eine Prophezeiung gibt, in denen ein Erlöser die Welt von den Dämonen befreit. Wird Arlen dieser Erlöser werden?
Ich bin in die Bücher von Peter V. Brett eingetaucht und erst am Enden, ganz widerwillig, wieder aufgetaucht. Arlen wurde mein Held, auch wenn ich seine Entscheidungen nicht immer nachvollziehen konnte. Aber bei mir zu Hause steigen auch nicht jede Nacht Dämonen aus dem Boden! Die Ausgangslage fand ich spannend. In jedem Band wurde die Welt etwas grösser und ich konnte sehen, wie sich die Menschen, trotz gleichen Geschehnissen, anders verhielten. Peter V. Brett hat eine Welt geschaffen, die sich, wie unsere, aus komplexen Abläufen zusammensetzt. Es ist nicht immer alles schwarz und weiss. Die meisten Menschen bewegen sich in einer moralischen Grauzone, was sie umso nahbarer macht.
Die Reihe besteht mittlerweile aus acht Bänden plus vier Kurzgeschichten. Die letzten zwei Bände sind Weiterführungen mit den Kindern der Hauptcharakter.
Wer komplexes World Building in Fantasy-Geschichten mag, und nicht vor langen Reihen zurückschreckt, sollte unbedingt mit “Das Lied der Dunkelheit” beginnen.