Ich sehe doch leider starke Parallelen zu einem Expartner. Und nun fällt mir auf, was Familie und Freunde mir damals sagten. Lauf!
Okay, abgesehen davon ist das Buch gut, mit für mich kleinen Schwachstellen.
Die Thematik ist absolut ansprechend für mich (offensichtliche private Partnerwahlprobleme mal beiseite geschoben).
Inhaltlich schön ausgearbeitet, hat mir aber doch etwas Domestic noch gefehlt. Da hätte es noch tiefer gehen können. Aber jetzt ernsthaft. Was stand auf diesem Notizzettel, auf den Evan grinsend geschrieben hat, nach einem augenscheinlich traurigen Moment??? Es wird so sehr darauf hingedeutet, aber Grace schaut niemals nach. Echt jetzt? Das nagt stark an mir.
Spannung ist gegeben. Ich musste das Buch einfach schnell lesen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Da der Anfang schon das Ende antriggert, konnte ich es einfach nicht aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist angenehm. Die Dialoge leben von natürlicher Haltung und Sprache der Figuren.
Einzig mit Grace hatte ich Probleme. Das ständige «ich bin arm, ich habe kein Geld, meine Rechnungen …» ging mir nach einer Weile auf die Nerven. Es war mir etwas zu übertrieben dargestellt, dass sie pleite ist. Man versteht ihre Gefühlswelt auch ohne diese ständigen Wiederholungen, wenn Evan zu viel Geld für sie ausgibt. Aber zum Ende konnte ich Grace doch noch ins Herz schliessen.
Dann kommen wir zu Evan. Schade, dass er nicht einfach ein bisschen weniger verrückt sein kann. Aber dann gäbe es ja dieses Buch nicht. Evan regte mich leider auch mit seiner beleidigten Art auf, wenn es nicht nach ihm ging. Grace hätte schon viel eher die Kurve kratzen sollen, aber sie hatte ja Geldprobleme, bei denen er helfen konnte (aus dem armen lieben Mädchen, wurde auf einmal ein kleines geldgieriges Mädchen).
Und dann Auftritt der Schwiegermutter in spe. Sie war wirklich undurchsichtig für mich. Dann kam das Ende. Dieser Plot Twist. Kurz zwischenzeitlich dachte ich mir ja mit der Mutter stimmt etwas nicht, aber ich habe mich total in die Irre führen lassen.
Das endgültige Ende macht mich jedoch etwas traurig und bedrückt. Ich bin enttäuscht, sehe aber ein, dass Evan einfach einen zu grossen Knacks weg hat.
Zeitlich geht mir die Story allerdings zu schnell. Psychischer und emotionaler Knacks hin oder her, aber innerhalb weniger Wochen Ereignisse von Monaten runterzuspulen, wäre wahrscheinlich auch Evan zu schnell gewesen.
Und die Moral von der Geschicht: auf Freunde und Familie hören schadet nicht.
Denn auch Grace wurde mehrfach gewarnt.