“Fast Abend, immer noch hell” sind eigentlich zwei Romane in einem. Das Buch ist ein wunderbar atmosphärischer Roman, der es von der ersten bis zur letzten Seite schafft, eine Atmosphäre zu schaffen, in die ich als Leser eintauche und nicht so schnell wieder auftauchen möchte. Es ist aber auch eine Geschichte von einzigartigen, tiefen und menschlichen Charakteren, die nicht nur über ihre eigenen Stimmen verfügen, sondern auch sich unterschiedlich mit typisch menschlichen Fragen beschäftigen und jeweils andere Antworten darauf finden. Der Autorin gelingt scheinbar mühelos diese zwei Welten, diese zwei Romane in einem zu vereinen und verfügt dabei über grosses Talent, Vieles über subtile Gesten und Abläufe zu erzählen, die man leicht übersehen könnte, jedoch immer zu spüren vermag. Der Text liest sich rasch und gerne und regt zum Denken an.