Als ich das Buch zu Ende gelesen habe, glaubte ich der Zahl auf der letzten Seite nicht: 156. Auf unglaublich engem Raum erzählt sie uns fast ein ganzes Leben und Zeitalter.
Der Erzähler heisst Eli und ist Regisseur und erzählt gerne, vor allem bei seiner Therapeutin. Katerina Poladjan ist Meisterin im Weglassen. «Jedes Erzählen braucht seine Ökonomie» vergleicht sie ihre Arbeitsweise mit der eines Malers. Und Eli sagt später im Buch in einem Film sei es furchtbar kompliziert, genau das Richtige stehen zu lassen.
Goldstrand, eine europäische Utopie, ist ein Buch der Erzählungen und alle vermeintlichen Tatsachen kommen aus dem Kopf eines professionellen Geschichteerzählers. Was man glauben oder nicht glauben kann. Unwichtig. Alles was zählt ist die Erzählung selbst, die zur eigenen Identität führt.
Ein beindruckend kluger Roman.