Feuerprobe von Donna Leon ist ein Brunetti-Krimi, der zunächst ruhig und beinahe unspektakulär beginnt, dabei aber stetig an Spannung gewinnt.
Der Fall entwickelt sich langsam und unaufgeregt. Wie so oft steht nicht das Tempo im Vordergrund, sondern das genaue Hinsehen – auf Menschen, Motive und Zusammenhänge. Gerade dieses behutsame Erzählen lässt die Geschichte nach und nach an Gewicht gewinnen.
Was mir besonders gefallen hat: Das Drama entsteht nicht plötzlich, sondern baut sich Schritt für Schritt auf. Lange bleibt alles ruhig, fast sanft – bis man merkt, dass sich darunter längst mehr entwickelt hat, als zunächst sichtbar war.
Venedig bildet dabei einmal mehr eine stimmige Kulisse, die die Atmosphäre der Geschichte trägt und verstärkt.
Feuerprobe ist ein Krimi, der sich Zeit nimmt – und genau daraus seine Wirkung zieht. Ruhig erzählt, aber mit einem Aufbau, der stärker ist, als er auf den ersten Blick wirkt.