Der Erstroman von Tara Manon hat mich überzeugt: Der Leser begleitet Marissa, die nach einem schweren Verlust versucht, wieder Halt im Leben zu finden. “Unter Wasser” liest sich sehr fliessend, man kann sich in die Hauptfigur hineinversetzen und fühlt (den Schmerz) mit ihr mit. Dabei werden immer wieder interessante Fakten zu Fauna und Flora eingebracht. Der Fokus bleibt bei den Erinnerungen, Emotionen und Gedankengänge der Protagonistin. Dabei finden immer wieder Sprünge zwischen Vergangenheit und Präsenz statt, wobei man denen gut folgen kann.
Die zentralen Themen sind: Freundschaft und Trauer. Darf man um eine Freundschaft länger trauern als bei Familie? Wieso erwartet die Gesellschaft das?
Mir hat das stille, zurückhaltende und unaufgeregte Buch sehr gut gefallen. Das Ende schliesst schön den Kreis und lässt mich mit einem guten Gefühl zurück. Besonders die Art, wie Marissa durch den Alltag geht, hat mich inspiriert: Ich nehme mir vor, bewusster die Umwelt wahrzunehmen. Das stille Beobachten und Hinhören gehen im hektischen Alltag leider unbewusst viel zu oft unter.
Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin!