Cover:
Das Buchcover finde ich sehr schön und ist optisch passend für einen britischen Krimi gestaltet. Im Hintergrund das dunkelblaue Karomuster, im Vordergrund die gezeichneten Blumen, sowie die Hände einer Frau, die ein Fläschchen Gift hält, in schwarz-schweiß. Das Cover deutet für mich auf einen cozy Crime-Roman mit einer guten Portion Humor hin.
Handlung:
Carol möchte ihren Lebensabend in Ruhe verbringen und ist daher selig, als sie in der Seniorenresidenz Sheldon Oaks eine eigene Wohnung bezieht. Endlich hat sie ihre eigene vier Wände und ist in Freiheit. Denn Carol ist eine verurteilte Serienmörderin und hat die letzten 35 Jahre im Gefängnis verbracht. Carol ist nun im Ruhestand, das Morden hat sie hinter sich gelassen. Sie freut sich über die Freundschaft zu den anderen BewohnerInnen. Als genau vor Carols Balkon ein Bewohner ermordet aufgefunden wird, gerät Carol in Verdacht. Noch dazu besteht ihr Freundeskreis aus vielen ehemaligen Ermittlern. Um Freiheit und Freunde zu behalten, muss Carol ihre Unschuld beweisen und die Zeit drängt…
Schreibstil:
Fergus Craigs Erzählweise mag ich sehr. „Betreutes Morden“ legt einen flotten, direkten Start hin, wodurch man gut in die Geschichte reinkommt. Der Schreibstil zeichnet sich durch einen trocknen britischen Humor aus, was mir sehr gut gefällt.
Die Szenen sind teilweise grotesk-humorvoll, die Hauptfiguren sind eigenwillig und jede auf ihre Weise sympathisch und/oder teilweise schrullig. Das macht die Figuren aber sehr lebendig und unterhaltsam. Die Dialoge waren ebenso humorvoll. Besonders mochte ich dabei Carols direkte und unverblümte Art.
Charaktere:
Die Charaktere mochte ich im Großen und Ganzen sehr, vor allem Carol. Die drei wichtigsten weiteren Figuren sind: Geoffrey, ein ehemaliger Kriminalkommissar, Margaret, die frühere Innenministerin, sowie Catherine, eine ehemalige Pathologin.
Obwohl Carol eine Serienmörderin ist, schafft es der Autor sie doch auf sympathische Weise darzustellen. In Rückblicken erfährt man außerdem auch mehr zu den Morden, die Carol begangen hat sowie deren Hintergründe. Carol hat außerdem eine gute Beobachtungsgabe. Sie merkt nämlich recht schnell, dass Geoffrey bei ihrem Namen stutzig wird.
Als ehemaliger Polizist kann es Geoffrey nicht lassen, sein detektivisches Wesen ist weiterhin aktiviert. So findet er auch heraus, wer Carol ist, und erzählt es Margaret und Catherine. Von nun an verhalten sich die drei Carol gegenüber anders. Als es schließlich zu einem Todesfall kommt, ist schnell klar, wer für die Schuldige gehalten wird.
Bezüglich der Charakterentwicklung habe ich es auch schön gefunden zu lesen, wie es Carol mit der Situation geht. Mit gefällt gut, wie Carols Gefühle beschrieben werden. Sie leidet unter der Situation, man merkt beim Lesen, dass es ihr nicht egal ist und sie den sozialen Umgang vermisst. Das macht sie einfach menschlich. Und es ist auch schon, dass Catherine beginnt mit Carol Mitgefühl zu haben.
Interessant finde ich dem Zusammenhang aber, dass viele andere Figuren (z.B. Geoffrey, Margaret und Catherine) auch oft unmoralisch handeln bzw. gehandelt haben, es bei sich selbst aber nicht wahrnehmen/einsehen können. Während auf Carol also mit dem Finger gezeigt wird, suchen sie stattdessen bei sich selbst nach Rechtfertigungen.
Meinung & Fazit:
„Betreutes Morden“ ist ein spannender und unterhaltsamer britischer Krimi und hat mir sehr gefallen. Von allen Figuren mochte ich Carol am liebsten. Der Schreibstil ist locker und flüssig. Der britische Humor und die teilweise skurrilen Dialoge und Szenen haben ich als erfrischend empfunden. Am Ende gibt es, neben der Aufklärung des Mordfalls, eine– aus meiner Sicht –überraschende Wende, die ich sehr süß und großherzig empfunden habe. Insgesamt ein toller cozy Crime-Roman!