Ich finde die Fälle rund um den Verhaltensanalysten Jan Theurer - heute würde man Profiler sagen - und sein Team immer sehr fesselnd mit hohem Spannungsfaktor. Dabei überzeugen mich jedes Mal die direkten Konfrontationen zwischen Theurer und dem möglichen Täter.
Hier ist die Ausgangssituation anders. Theurer Gegenpart Frank König sitzt bereits 10 Jahre im Gefängnis wegen Morden an Kindern. Nun ist er bereit, mit Theurer zu sprechen, der schon lange ein Profil von ihm erstellen will. So weit, so gut. Aber Theurer hat König unterschätzt. Damit ist die akribische Vorbereitung des Gesprächs umsonst. Die Vorzeichen haben sich komplett verändert und alles beginnt , aus dem Ruder zu laufen. Ein Bus mit Schulkindern wird entführt. König droht mit deren Tod, wenn er nicht in Freiheit mit Jennifer reden kann, die er als Kind entführt hat. Jennifer weigert sich aber. König muss draußen Komplizen haben, die ihm Informationen verschaffen. Dadurch ist er Theurer immer einen Schritt voraus. Für mich eine absolut überraschende Entwicklung. So in der Defensive habe ich Theurer noch nie erlebt. Das Zeitfenster für die Rettung der Kinder wird immer kleiner und der Druck auf die Polizeibeamten wächst. Die Ereignisse überschlagen sich.
König war mir absolut unsympathisch. Er war eiskalt und von einer unglaublichen Arroganz. Ich wäre nie so ruhig geblieben wie Theurer. Jennifer ging mir, bei allem Verständnis, mit ihrer Hysterie auf die Nerven. Manchmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt. Beim Schluss bin ich zwiegespalten. Es passt perfekt zum Ablauf der Ereignisse, aber es stimmt mich nicht wirklich glücklich. Am Ende bleiben ein paar lose Fäden, die im Folgeband aufgegriffen werden sollen Insgesamt war der Thriller für mich sehr unterhaltsam und spannend. Das Duell Theurer König war aufwühlend und hat meinen Blutdruck damit in die Höhe getrieben.