Die vertiefte Recherche der historischen Familiensaga überzeugt. In zwei Erzählsträngen erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Gronau in Wingert (Moselgebiet D) während des 2. Weltkrieges 1944. Auf dem Hof sind nur noch die Frauen, die den Winzerbetrieb aufrechterhalten. Die Naziherrschaft regiert unerbittlich. Auch im Dorf gibt es fanatische Naziherrscher. Ella hat sich in einen französischen Kriegsgefangenen verliebt, was an sich schon schwierig ist und könnte Ella den Kopf kosten. Als er nach Frankreich flüchten konnte, bleibt Ella schwanger zurück. Um den Ruf zu wahren, nimmt ihre Mutter das Kind als ihres an. Die Mühen, Ängste und Heimlichkeiten dieser Frauen werden von der Autorin auf berührende Weise beschrieben. Im 2. Erzählstrang zeigt sich Jacques wieder zu Hause in Épernay (F). Die Familie kann nicht akzeptieren, dass sich Jaques in eine Deutsche verliebt hat. Er schreibt ihr täglich Briefe, die er nicht abschicken kann. Die Gefahr ist zu gross, dass er verhaftet werden könnte. Für Ella wie auch für Jaques ist es eine gefährliche Zeit bis zum Kriegsende. Auch die Verluste der Männer und die Angst um sie werden hautnah aufgezeigt. Die einfache Sprache lässt sich fliessend lesen und bewegt durch die detailgetreuen Beschreibungen.