Fausto lebt in einem kleinen Dorf mit wenigen anderen Bewohnern. Sie alle sind damit beschäftigt, am Leben zu bleiben. Wir befinden uns in einer Welt, nach dem Klimawandel. Regen ist eine dumpfe Erinnerung an bessere Tage. Es wächst nichts mehr, die Menschheit ist stark dezimiert und die meisten sind in den hohen Norden ausgewandert.
Fausto hat den Absprung verpasst. Aber er ist gut darin, Dinge zu finden und Sachen zu reparieren. Nacht für Nacht macht er sich auf den Weg, um letzte Vorräte zu finden, denn alles, was nicht gut versteckt ist, wurde längst geplündert. Das Leben könnte für ihn weiterhin so dahinplätschern, doch dann taucht eine junge Frau im Dorf auf, die erstaunlich gut mit dieser Hitze zurechtkommt. Was sie für ein Geheimnis trägt, wird hier natürlich nicht verraten.
Dieser Roman lebt nicht unbedingt von der Handlung. Es passiert schon was, aber nicht allzu viel. Was den Roman ausmacht, ist das düstere Bild, das Eschbach zeichnet, von unserer Welt nach dem Klimawandel. Die unbändige Hitze und der Wassermangel schaffen eine lebensfeindliche Welt, die unweigerlich zum Zusammenbruch geführt hat. Es leben noch einige Menschen hier, aber die Ressourcen werden nicht ewig halten. Das Ende steht definitiv bevor.
Aber es ist auch eine Welt, die vorstellbar ist, wenn die Menschheit nicht bald bereit ist, umzudenken. Der Klimawandel ist nicht mehr leugbar. Dadurch kreiert der Autor mit dieser Dystopie eine mögliche Zukunft mit Gänsehauteffekt.
Fausto ist ein sympathischer Protagonist. Er ist hilfsbereit und großzügig und zeigt, dass es möglich ist auch unter widrigsten Bedingungen die Menschlichkeit zu bewahren. Anhand seiner Erinnerungen erfahren wir, wie sich die Welt gewandelt hat und was ihm alles widerfahren ist, bevor er in diesem verlassenen Dorf gestrandet ist.
Ich habe mich gerne in das fahle Herz des Sommers begeben und mit von der düsteren Stimmung mitreissen lassen. Daher vergebe ich gerne 4 Sterne für diese Dystopie.