Kunstdesinteressiert? Dann ist dieses Buch vielleicht das richtige Buch, um Gemälde (und Kunstausstellungen) endlich einmal in einem anderen Licht zu sehen und sich für Kunst begeistern zu lassen. Obwohl ich persönlich eine Kunstbanause bin und mit den meisten Gemälden herzlich wenig anfangen kann, wollte ich beim Lesen am liebsten gleich in ein Museum gehen und mir Bilder anschauen. Diesen Effekt hätte ich nicht erwartet und das hat mich am Buch sehr begeistert, wie es Lust macht, sich Gedanken über Kunst zu machen. Die erwähnten Bilder im Buch gibt es tatsächlich - mir hat es Spass gemacht, am Ende des Buches meine eigenen Vorstellungen der Gemälde mit der Realität abzugleichen (ich hatte etwas ganz anderes erwartet!) Auch die Idee, in ein Gemälde zu steigen bzw. das die Protagonisten der Gemälde ein Eigenleben haben und die Betrachtenden gleichzeitig beobachten, hat mir gefallen. Leider bleibt man am Ende des Buches jedoch etwas unschlüssig zurück, denn die Autorin erklärt viele Gedankenstränge nicht zu Ende und reisst gegen Ende zu viele Handlungen an, die nicht erklärt werden. Das ist schade, denn das Buch bietet einiges an Potenzial. Wen es nicht stört, Handlungslücken mit der eigenen Fantasie zu überbrücken und keine völlig durchdachte, neue Fantasiewelt erwartet, der bekommt aber eine Geschichte mit spannenden Gedankenanstössen. Das Buch ist trotz allem kurzweilig, einfach zu lesen und bietet sich als Lektüre für Regentage an - perfekt, um anschliessend gleich ins Museum zu gehen!