Das Cover hat mich angesprochenen und der Farbschnitt ist wirklich schön gestaltet. Umso enttäuschter war ich, als mich das Buch selbst schon nach wenigen Seiten gelangweilt hat.
Die Geschichte folgt in meinen Augen einer jungen Protagonistin, die sich von einem depressiven Teenager zu einer psychotischen Mörderin entwickelt. Leider gelingt es dem Buch nicht, diese Entwicklung glaubwürdig oder packend umzusetzen. Die traumatische Beziehung zur Mutter und ihrem Freund, die eigentlich das emotionale Herzstück der Geschichte sein sollte, bleibt erstaunlich blass und berührt kaum. Man liest darüber, ohne wirklich etwas dabei zu fühlen.
Besonders schwach sind die Charaktere. Sie wirken nicht authentisch, ihre Handlungen und Gedanken fühlen sich konstruiert an, und es fällt schwer, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Auch in Bezug auf Schreibstil, Handlung und Figurenentwicklung bleibt das Buch leider deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Dazu kommen kleinere, aber störende Schwächen in der Übersetzung bzw. Wortwahl. So wird etwa eine schlichte Hundemarke umständlich als „dicke silberne Halskette, wie nur Soldaten sie tragen" beschrieben. Ein Begriff, den es im Deutschen längst gibt und der hier problemlos hätte verwendet werden können. Solche unglücklichen Formulierungen tauchen leider immer wieder auf und reißen einen unnötig aus dem Lesefluss.
Ich habe das Buch zu Ende gelesen, so wie ich es immer tue, denn ich breche keine Bücher ab und gebe jedem die Chance, sich noch zu entfalten. Diesmal jedoch hätte ich mir diese Geduld sparen können. Ein Buch, das vor allem durch sein schönes Äusseres überzeugt, aber inhaltlich leider nicht mithalten kann.