Im Auftakt der Kommissar-Bark-Reihe von Anna Jansson wird Ermittler Kristoffer Bark von seinen eigenen Dämonen verfolgt. Seine Tochter verschwand vor fünf Jahren spurlos am Abend ihres Junggesellinnenabschieds. Gleiches gilt für eine weitere junge Frau aus Hampetorp. Bark läuft seither regelmässig das Ufer des Hjälmaren ab, bis er dieses Jahr tatsächlich eine Frauenleiche entdeckt. Handelt es sich bei ihr um seine Tochter Vera? Oder um Camilla, die andere Frau? Was ist ihnen widerfahren? Warum taucht die Tote jetzt erst auf? Wo war sie in der Zwischenzeit?
Jansson arbeitet hinsichtlich der Spannung weniger mit Action und tatsächlichen Gräueltaten und vielmehr mit unserem Kopfkino, das sie mit diversen Szenarien füttert. Es gibt auch weniger Dialoge, stattdessen beobachtete sie und lässt uns an den Gedanken von Bark und der zweiten Protagonistin, Denise, teilhaben. Denise ist eine junge Frau aus Hampetorp, die frappierende Ähnlichkeit mit Vera und Camilla aufweist, bis zu dem Umstand hin, dass auch sie schwanger ist. Sie führt seit wenigen Monaten eine immer toxischer anmutende Beziehung. Zur Bedrohungsspannung aus Kopfkino und Denise’ Perspektive gesellt sich Rätselspannung. Denn je mehr Personen wir kennenlernen, die sich fast alle gleichermassen verdächtig benehmen, umso mehr fragen wir uns, wie alles zusammenhängt, was damals passiert ist und wer der/die Täter sein könnten.
Spannung hat der Krimi somit, auch wenn das Kopfkino für mich etwas dezenter hätte ausfallen dürfen. Die Figuren selbst bleiben etwas künstlich und ein bisschen überzeichnet, zumindest hier im ersten Band. Die frisch zusammengewürfelte Truppe um Bark ist vielversprechend. Gegen Ende haben sie sich langsam zusammengerauft und auch auf Barks weitere Entwicklung freue ich mich. Jansson schliesst mit einem Cliffhanger und einem weiteren Rätsel.
Top für alle Fans von nordischen Krimis mit psychologischer Spannung und Ermittlern mit einem leichten Knacks.
Übersetzt von Susanne Dahmann.