Schon das Cover zieht in den Bann: ein roter Hintergrund, ein schelmisch blickender Elefant im Mittelpunkt und eine Maus, die gewagt über dem Zauberhut schwebt. Man ahnt, dass sich hinter Herwig und Elsie eine besondere Geschichte verbirgt.
Im Zentrum steht Herwig Hase der Dritte, der Assistent des Zauberers Hokus. Als der Zauberer Hokus spurlos verschwindet und nur einen rätselhaften Brief hinterlässt, bleibt Herwig mit Zauberutensilien und seinen Ängsten zurück. Statt Hokus zurückzuzaubern, taucht plötzlich Elsie, die Elefantin, auf. Diese ist mutig, neugierig und stürzt sich furchtlos ins Unbekannte, ganz im Gegensatz zu Herwig.
Besonders gelungen ist die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden. Anfangs beschreibt Herwig Elsie fast wie ein Ungeheuer – mit gewaltigen Ohren, einem grossen Körper und einem Greifarm. Diese Wahrnehmung wandelt sich feinfühlig: Aus dem Unbekannten wird eine Freundin.
Die Geschichte lebt von dieser Dynamik: Während Elsie unbekümmert neue Wege ausprobiert (und Karotten kurzerhand als „interessante Bananen“ bezeichnet), lernt Herwig, seine Ängste zu überwinden. Themen wie Unsicherheit und Selbstzweifel werden kindgerecht aufgegriffen. Gleichzeitig zeigt das Buch, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben, sondern trotz Angst zu handeln.
Humorvolle Einfälle wie die Reise im Zauberhut oder das Auftauchen von hundert winzigen Elefanten lockern die Geschichte auf. Als das Zauberbuch zerstört wird, muss Herwig neue Wege finden. Als er sich schliesslich seiner Angst stellt – etwa auf dem dunklen Dachboden mit einem eigensinnigen Zauberbuch – wächst er über sich hinaus. Und man ahnt es schon, Hokus wird auch am Ende nicht mehr Auftauchen.
Das Buch eignet sich gut zum Vorlesen und bietet viele Gesprächsanlässe zu Angst, Freundschaft und Tod. Die Illustrationen sind freundlich und zurückhaltend. Für Erstleser ist es aufgrund der teils längeren Sätze zum Selberlesen weniger geeignet.