„Herwig und Elsie“ ist ein charmantes und tiefgründiges Kinderbuch über das Überwinden von Ängsten und die Kraft unerwarteter Freundschaften. Alles beginnt mit dem plötzlichen Verschwinden des Zauberers Hokus, der seinem Assistenten, dem Hasen Herwig, lediglich einen rätselhaften Abschiedsbrief und seine magischen Utensilien hinterlässt. Herwig, der von Hokus oft liebevoll als „Hasenfüsschen“ bezeichnet wird, fürchtet sich eigentlich vor dem „grossen Unbekannten“ ausserhalb seines Zuhauses und seines Gartens. Doch der Versuch, seinen Freund einfach zurückzuzaubern, misslingt gründlich: Statt Hokus erscheint die Elefantendame Elsie in seinem Wohnzimmer.
Die Dynamik zwischen dem ängstlichen Hasen und der mutigen Elefantin ist das Herzstück des Buches. Besonders kreativ ist die Idee, Elsie mittels Magie zu verkleinern, damit sie in Herwigs Zauberhut unbemerkt durch die Stadt reisen können. Die Geschichte nimmt eine spannende Wendung, als durch ein Missgeschick plötzlich hunderte winzige Elefanten in Herwigs Garten strömen und das ursprüngliche Zauberbuch in einem Wasserbottich zerstört wird, wodurch alle Zaubersprüche unlesbar werden.
Der eigentliche Höhepunkt der Geschichte ist Herwigs Charakterentwicklung. Um seine neuen Freunde zu retten, muss er seine Furcht überwinden und auf einem dunklen Dachboden ein neues, „launisches“ Zauberbuch von sich überzeugen. Die Szene, in der er der Dunkelheit furchtlos ins Auge blickt und sein „Hasen-Ehrenwort“ gibt, zeigt eindrucksvoll, wie er über sich hinauswächst. Am Ende lernt Herwig nicht nur, dass er ein fähiger Zauberer ist, sondern findet in Elsie eine Partnerin, die an seiner Seite bleibt.
Ein tolles Kinderbuch für Leser, die magische Abenteuer mit Herz suchen. Die Autorin schafft es, Themen wie Verlust und Selbstvertrauen kindgerecht und dennoch tiefgreifend zu verarbeiten, mit liebevollen Charakteren und einem wunderbaren Humor. Lesenswert!